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Wir sind der Überzeugung, dass Orsing hinsichtlich erneuerbarer Ressourcen wegweisend ist

Wir sind der Überzeugung, dass Orsing hinsichtlich erneuerbarer Ressourcen wegweisend ist DirectaDentalGroup Clinical Relations Managerin Patrizia Mattiucci präsentiert den neuen Hygoformic Bio Speichelsauger mit Zungenhalter aus nachwachsenden Rohstoffen. © DirectaDentalGroup
DirectaDentalGroup Clinical Relations Managerin Patrizia Mattiucci präsentiert den neuen Hygoformic Bio Speichelsauger mit Zungenhalter aus nachwachsenden Rohstoffen. © DirectaDentalGroup
Von Dental Tribune International
June 02, 2021

Seit dem 1. Oktober 2020 hat das schwedische Unternehmen Orsing seinen weißen Hygoformic, der aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gefertigt wurde, aus dem Programm genommen und durch den natürlich grünen Hygoformic Bio ersetzt, der aus Bio-PE gefertigt wird und in kompostierbarem und biologisch abbaubarem Bioplastik verpackt ist. In einem Interview mit Dental Tribune International sprach Patrizia Mattiucci, Clinical Relations Manager bei Orsings Muttergesellschaft DirectaDentalGroup, über die Gründe für diese Veränderung, die Herausforderungen bei der Produktion und die Herkunft der Rohstoffe. Sie bot zudem einen Einblick dazu, wie das Unternehmen Zahnarztpraxen dabei unterstützen möchte, ihre ökologischen Entscheidungen an ihre Patientinnen und Patienten zu kommunizieren.

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Frau Mattiucci, Speichelsauger und Absaugkanülen Hygoformic von Orsing werden nun aus biomassebasiertem Polyethylen aus Zuckerrohr hergestellt. Welches Material wurde zuvor verwendet und wieso entschied sich das Unternehmen für diesen Wechsel?
Der Hygoformic bestand ursprünglich aus einer Mischung aus Polyethylen und Polypropylen, der an sich ein „saubererer“ Kunststoff ist, weil bei seiner Verbrennung nur harmloser Dampf freigesetzt wird und keine gefährlichen Dämpfe. Jedoch wird dieser aus Erdöl gewonnen. Wir begannen, nach Materialien mit verringertem Treibhausgasausstoß zu recherchieren. Wir fanden heraus, dass biomassebasierter, nicht biologisch abbaubarer Kunststoff gegenüber erdölbasiertem Kunststoff identische Eigenschaften aufweist, aber deutlich effizienter sein kann. Ein viertel Liter Öl wird benötigt, um eine 1-Liter-Wasserflasche herzustellen; auf einem Hektar Land kann aber genug Zuckerrohr angebaut werden, um bis zu 1,8 Millionen Hygoformic Bio zu produzieren. Das ist wirklich ein völlig anderer Maßstab. Allein durch den Ersatz von PE/PP in der Herstellung des Hygoformic verringern wir unsere Treibhausgasemissionen um 385 Tonnen jährlich. Das ist wirklich beachtlich für ein einzelnes Produkt.

Hygoformic Bio ist der bekannte formbare Speichelsauger mit Zungenhalter, wird nun aber aus Bio-PE gefertigt. Orsing hat auch eine umweltfreundliche Version seiner Absaugkanülen eingeführt und die Mundspülbecher des Unternehmens bestehen nun aus Bambusfasern. © DirectaDentalGroup

Welche Herausforderungen gab es bei der Umstellung der gesamten Fertigung auf Bio-PE?
Es gab mehrere Herausforderungen, die wir nur durch einige Jahre intensiver Forschung überwinden konnten. Wir benötigten ein Material, das sich bei Produktion und Verwendung wie PE/PP verhält. Ein sicheres, hochwertiges Material, das widerstandsfähig ist und sich nicht schnell zersetzt; daher waren biologisch abbaubare Materialien für die Verpackung gut geeignet, nicht aber für das eigentliche Produkt. Gebrauchte Speichelsauger sind ohnehin kontaminierter Abfall und können nur in Müllverbrennungsanlagen – wo sie verfügbar sind – sinnreich für die Energiegewinnung wiederverwendet werden. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass der Rohstoff natürlich teurer ist – wie viel mehr sind Verbraucherinnen und Verbraucher bereit, für ein umweltfreundlicheres Produkt zu zahlen? Die gesamte Fertigung unseres beliebtesten Speichelsaugers auf Bio-PE umzustellen, war ein gewagter, aber auch notwendiger Schritt, um unseren Kundinnen und Kunden nachhaltige Produkte zu einem tragbaren Preis anzubieten. Die positive Marktreaktion gibt uns recht.

Ihr PE wird aus Zuckerrohr gewonnen, das in Brasilien angebaut wird. Wie wirkt sich die Produktion von Zuckerrohr-Ethanol auf den Regenwald aus?
Die Herkunft des Materials und die Wahl des Zulieferers müssen wohlüberlegt sein. Zunächst einmal liegen die Plantagen im südlichen Zentrum und im Nordosten des Landes, 2000 km von der Amazonas-Region entfernt, und nehmen derzeit nur 1,5 Prozent der urbaren Fläche Brasiliens ein. Die Erweiterung von Gebieten für den Zuckerrohranbau unterliegt der Sugarcane Agroecological Zoning, einem bundeseinheitlichen Regelungsrahmen, der den Anbau in Gebieten mit hoher Biodiversität untersagt. Das Ethanol wird von unterschiedlichen Zulieferern bezogen, die auf Basis eines Verhaltenskodex für Ethanolzulieferer ausgewählt werden. Der Verhaltenskodex umfasst Aspekte bezüglich der Einhaltung brasilianischen Arbeitsrechts und der Achtung der Biodiversität. Die Produkte Hygovac Bio und Hygoformic Bio von Orsing werden nur mit Rohstoffen von Zulieferern gefertigt, die diesen Verhaltenskodex streng einhalten.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Polyethylen, bei dem fossile Rohstoffe wie Öl und Erdgas zum Einsatz kommen, handelt es sich bei Zuckerrohr um einen vollständig erneuerbaren Rohstoff, wodurch der Kohlendioxidausstoß in die Atmosphäre reduziert wird. © DirectaDentalGroup

Obwohl es sehr wichtig ist, durch die Wahl nachhaltigerer Rohstoffe den Kohlendioxidausstoß an die Atmosphäre so weit wie möglich zu senken, wird dadurch die Abfallmenge, die durch Einwegprodukte im Allgemeinen produziert wird, nicht verringert. Im Durchschnitt verwenden und entsorgen Zahnarztpraxen täglich Hunderte wichtige Verbrauchsmaterialien wie Speichelsauger. Gibt es möglicherweise Pläne, in naher Zukunft autoklavierbare/wiederverwendbare Produkte zu erfinden?
Autoklavierbare Speichelsauger und Absaugkanülen sind weit verbreitet. Einige unserer Verbrauchsmaterialien sind vor Gebrauch autoklavierbar, aber dennoch für den Einmalgebrauch vorgesehen. Es gibt Produkte auf dem Markt, die mehrmals gereinigt und autoklaviert werden können; aus Gründen des Infektionsschutzes glauben wir jedoch nicht an wiederverwendbare Speichelsauger. Wir glauben auch nicht, dass es umweltfreundlicher ist, Speichelsauger zu waschen und wiederzuverwenden, insbesondere wenn der Speichelsauger nicht aus fossilen Rohstoffen gefertigt ist. Was wir uns wünschen ist eine umfangreichere Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen, die aus biogefährlichem zahnärztlichem Abfall Strom gewinnen.

Wo sieht sich Orsing im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche hinsichtlich umweltfreundlicher Entscheidungen?
Wir sind der Überzeugung, dass Orsing hinsichtlich der Entwicklung weg von Materialien auf Basis fossiler Rohstoffe und hin zu erneuerbaren Ressourcen wegweisend ist. Die Produktlinie ohne fossile Rohstoffe wächst rasch und umfasst mehrere Absaugkanülen und Mundspülbecher. Immer mehr Produkte werden in kompostierbarem und biologisch abbaubarem Bioplastik verpackt und alle Produkte von Orsing werden in FSC-zertifizierten Pappkartons versendet. Der Land- und Seeweg sind die präferierten Versandmethoden. Darüber hinaus unterstützen wir Zahnarztpraxen dabei, ihre ökologischen Entscheidungen an ihren Patientinnen und Patienten zu kommunizieren: alle Praxen, die die umweltfreundlichen Produkte von Orsing erwerben, erhalten automatisch das Zertifikat „Orsing – Good Environmental Choice“ für ökologisch umsichtige Praxen. Sie erhalten ein Zertifikat, das sie in der Praxis aufhängen können, und alle zertifizierten Praxen können einen Eintrag auf der Website von Orsing beantragen.

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