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Behandlungsmöglichkeiten für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

Aktuelle Studien aus Deutschland zeigen, dass im Durchschnitt etwa 10 bis 15% der Kinder an der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) leiden. Am Mittwoch, 20. Mai, wird Prof. Dr. Norbert Krämer in einem kostenfreien Webinar das hohe Aufkommen von MIH diskutieren und anhand von aktuellen Studien potenzielle Ursachen sowie mögliche Behandlungsoptionen aufzeigen. Krämer ist seit 2019 President-elect der International Association of Paediatric Dentistry.

MIH ist eine systemisch bedingte Strukturanomalie des Schmelzes, welche an den bleibenden Molaren auftritt. Zunehmen weisen auch die bleibenden Frontzähne und die zweiten Milchmolaren diese Fehlstrukturierung auf. Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie berichtete, dass etwas mehr als 30% der 12-Jährigen diese Strukturanomalie aufweisen. Daher ist MIH laut Krämer in Hinblick auf die Mundgesundheit und die Lebensqualität der Kinder dieser Altersgruppe mittlerweile ein größeres Problem als Karies.

Die betroffenen Molaren sind häufig empfindlich gegenüber mechanischen, thermischen und chemischen Reizen, ausgelöst durch eine chronische Entzündung der Pulpa, welche durch die erhöhte Porosität des Schmelzes bedingt ist. Dies verursacht Schmerzen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Trinken, Essen und Zähne putzen, was wiederum die Lebensqualität der jungen Patienten beeinträchtig und die zahnärztliche Behandlung erschwert. Trotzdem sei in solchen Fällen ein schnelles therapeutisches Eingreifen dringend geboten, betonte Krämer.

Die Ätiologie der MIH ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt weitgehend ungeklärt. Es wird davon ausgegangen, dass die Störung zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr auftritt, da in dieser Zeitspanne die Schmelzentwicklung der ersten Molaren und der Inzisiven stattfindet. Verschieden Faktoren wie Probleme während der Schwangerschaft, Krankheiten und Medikamente werden als Ursache in Betracht gezogen. Während seines Webinars wird Krämer detailliert auf die einzelnen Faktoren eingehen und mögliche Behandlungsmethoden erklären. Dazu wird er auf das neu entwickelte Würzburger MIH-Konzept (MIH-Treatment Need Index) eingehen, welches Zahnärzten als Grundlage für Behandlungsentscheidungen dienen soll.

Das Webinar „Kreidezähne: eine neue Volkskrankheit“, wird am 20. Mai, ab 15 Uhr live im Internet übertragen. Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, während der Übertragung per Chat Fragen an den Referenten zu stellen und sich im Anschluss durch das Beantworten eines Online-Fragebogens einen Fortbildungspunkt zu sichern. Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei für das Webinar auf der Seite des DT Study Club.

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