Hofheim – Professor Dr. Dr. Matthias Schneider ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG). Der Dresdner Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg übernimmt das Amt in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen für Medizin und Gesundheitsversorgung spürbar verändern.
Für seine Amtszeit hat er sich zum Ziel gesetzt, die Weiterbildung weiterzuentwickeln, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und die Interessen des Fachgebiets gesundheitspolitisch stärker zu vertreten. Schneider engagiert sich seit vielen Jahren in der Fachgesellschaft und kennt die Herausforderungen der MKG-Chirurgie sowohl aus der klinischen und wissenschaftlichen als auch aus der niedergelassenen Perspektive.
„Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie verfügt über eine besondere fachliche Breite. Sie verbindet Medizin und Zahnmedizin, operative Expertise, Tumortherapie, Rekonstruktion und moderne digitale Verfahren. Diese Stärken müssen wir weiterentwickeln und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die nächste Generation von MKG-Chirurginnen und MKG-Chirurgen verbessern“, sagt Schneider.
Fachgebiet und Weiterbildung stärken – Nachwuchs gewinnen und fördern
Ein zentrales Anliegen des neuen Präsidenten ist die bundesweit einheitliche Umsetzung der neuen Muster-Weiterbildungsordnung (MWBO). „Wir haben erreicht, dass bis zu 24 Monate zahnärztlicher Weiterbildungszeit bei einem MKG-Chirurgen bereits vor der ärztlichen Approbation anerkannt werden“, betont der DGMKG-Präsident. „Zusammen mit dem neu gewählten Vorstand möchte ich nun dafür sorgen, dass diese Regelung in allen Landesärztekammern einheitlich umgesetzt wird – insbesondere, um Kolleginnen und Kollegen mit primär zahnmedizinischem Studium den Einstieg ins Fach zu erleichtern.“ Auch eine stärkere praxisorientierte Ausrichtung des Studiums – etwa mit regelmäßigen Hands-On-Kursen und OP-Simulationen – ist für Schneider zentral. Zudem möchte er die akademische und klinische Verankerung der MKG-Chirurgie sichtbar stärken – dazu gehört die Sicherung universitärer Standorte, der Erhalt von Haupt- und Belegabteilungen an Krankenhäusern ebenso wie der Ausbau von MKG-chirurgischen Lehrstühlen an neu entstehenden privaten zahnmedizinischen Hochschulen.
Zukunftstechnologien und gesundheitspolitische Interessen vertreten
Auch inhaltlich hat sich Schneider große Ziele gesetzt. „Ich möchte die onkologische Kompetenz unseres Faches – einschließlich der Immuntherapie – klar verankern“, betont der DGMKG-Experte. „So soll das derzeitige Zertifizierungsmodell für die medikamentöse Tumortherapie als fester Bestandteil des MKG-Leistungsspektrums etabliert werden.“
Ein weiterer zentraler Baustein für eine zukunftsfähige MKG-Chirurgie sei die noch intensivere Nutzung der Digitalisierung und der Ausbau neuer digitaler Verfahren zur Operationsplanung.
Zudem möchte sich die DGMKG unter seiner Präsidentschaft noch stärker gesundheitspolitisch positionieren. Krankenhausreform, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Druck stellten die MKG-Chirurgie vor erhebliche Herausforderungen. Ziel sei es, die Leistungen des Fachgebiets in den ärztlichen und zahnärztlichen Vergütungssystemen im Konsens mit anderen Fachgebieten angemessen abzubilden und die flächendeckende Versorgung langfristig zu sichern.
Wissenschaftlich stark und politisch sichtbar
Am Ende seiner Amtszeit möchte Professor Schneider die DGMKG als moderne, wissenschaftlich starke und berufspolitisch wahrnehmbare Fachgesellschaft weiterentwickelt haben – mit klaren Weiterbildungsstrukturen, einer starken universitären Basis und motiviertem Nachwuchs.
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