Dental Tribune Germany

Beitrag zur Basisarbeit mit Breitenwirkung – damit kamen die Philippinen auf Platz 1

By Pressemitteilung Oral-B
July 22, 2009

MÜNCHEN – Mit dem Oral-B-Preis für Kinderzahnheilkunde und Prävention haben am 18. Juni 2009 Prof. Dr. Christian Hirsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK), und Conny Schwiete, Professional Academic Relations Manager bei Procter & Gamble, drei Arbeitsgruppen ausgezeichnet.

Den 1. Platz errang eine Arbeitsgruppe um Dr. Bella Monse, Gesundheitsabteilung der staatlichen philippinischen Schulbehörde in der Stadt Cagayan de Oro, Philippinen. Dr. Hendrik Meyer-Lückel (Universitäten Kiel) und Dr. Reinhard Schilke (Universität Hannover) mit Koautoren belegten die Ränge 2 und 3. Die feierliche Preisübergabe erfolgte im Carl-Orff-Saal des Gasteig Conference Center in München anlässlich der 16. DGK-Jahrestagung, die zusammen mit dem 22. Kongress der IAPD (International Association of Paediatric Dentistry) stattfand.

Das Auditorium von rund 200 Kongressteilnehmern spendete vor allem der Siegerin großen Applaus, wohl auch, weil der von ihr und ihren Kollegen Ella Naliponguit, N June Belizario, Habib Benzian und Wim van Palenstein Heldermann eingereichte Wettbewerbsbeitrag eine fremde und in vieler Hinsicht dental weniger erschlossene Welt skizziert. Schon der Titel lässt es erahnen: „Essential health care package for children“. Auf den Philippinen sind Zahnschmerzen der häufigste Grund für das Fehlen im Schulunterricht. Da ist Prophylaxe zähe Basisarbeit, deren Erfolg aber auch eine kaum zu überschätzende Breitenwirkung entfaltet!

„Das Programm ,Essential health care package for children – fit for school’ für philippinische Grundschüler ist ein beispielgebendes Programm zur Verbesserung der Zahn- und Allgemeingesundheit von Grundschulkindern in einem Entwicklungsland“, erläuterte Prof. Hirsch in seiner Laudatio. „Die Eckpfeiler des schulischen Präventionsprogrammes – tägliches Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste, Händewaschen mit Seife und die zweimal jährliche Entwurmung – sind evidenzbasierte Maßnahmen, die von der WHO (World Health Organisation) und der FDI World Dental Federation unter Berücksichtigung der Millenniumsentwicklungsziele empfohlen werden. Die Einbeziehung der Mundgesundheit in einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz auf der Basis solider epidemio¬logischer Daten und einer adäquaten Material- und Kostenplanung ist der Schlüssel zur nachhaltigen und langfristigen Verbesserung der Lebensqualität philippinischer Kinder. Das unter anderem vom Bundesministerium für technische Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützte Programm reflektiert zugleich eine zukunftsweisende präventions- und ergebnisorientierte Entwicklungshilfe.“

Über den 2. Platz freuten sich Prof. Dr. A. Stang, E. Grundmann und besonders der federführende Autor PD Dr. Hendrik Meyer-Lückel, MPH. Er fand sich nach 2005 und 2007 sogar schon zum dritten Mal unter den Preisgekrönten. Der diesmal eingereichte Beitrag „Effects on Tablet in Combination with Salt Fluoridation on Caries and Fluorosis Occurrence of 6- to 9-year-olds“ beschäftigt sich mit der systemischen Fluoridierung.


Prof. Dr. Christian Hirsch, Dr. Bella Monse und Conny Schwiete (v.l.n.r.)

 

Prof. Hirsch bemerkte dazu: „Die Arbeit zeigt mit Hilfe sorgfältig ge¬sammelter und analysierter Daten, wie durch Verabreichung von Fluoridtabletten einerseits Karies verhindert werden kann, auf der anderen Seite jedoch das Risiko für die Entstehung von Dental¬fluorose ansteigt, wenn zusätzlich weitere interne Fluoridapplikationen erfolgen. Damit wird ein wichtiger Evidenzbaustein dafür geliefert, dass Tabletten grundsätzlich nur nach anamnestischer Erfassung aller Fluoridquellen verabreicht werden können.“

Wichtige soziale Aspekte des Auftretens von Karies haben Dr. Reinhard Schilke und Dr. Brigitte Brunner-Strepp unter dem Titel „Kariesinzidenz bei misshandelten oder vernachlässigten Kindern“ aufgegriffen und kamen damit auf den 3. Platz.

„Das Thema ist gesundheitspolitisch hochaktuell“, betonte Prof. Hirsch. „Die Gesundheit von Kindern ist in den letzten Jahren – nicht zuletzt anhand stark medial verbreiteter spektakulärer Vernachlässigungsfälle – in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Die Autoren konnten nachweisen, dass bei vernachlässigten Kindern auch die orale Gesundheit schlechter ist. Insofern können überdurchschnittlich häufige Zahnschäden bei Kindern ein wichtiger Hinweis auf deren Vernachlässigung sein.“

Um den renommierten Oral-B-Preis für Kinderzahnheilkunde und Prävention unter der Schirmherrschaft der DGK bewarben sich auch in diesem Jahr wieder mehrere Arbeitsgruppen mit ihrem druckfertigen Manuskript in deutscher oder englischer Sprache. Die von der Jury ausgewählten drei besten Arbeiten waren mit 5.000, 1.500 und 1.000 Euro dotiert.

Daneben haben auch die übrigen eingereichten Manuskripte durch ihre fundierte wissenschaftliche Behandlung weiterer interessanter Bereiche der präventiven Zahnheilkunde beeindruckt und der Jury die Entscheidung schwer gemacht. Als Zeichen der Anerkennung haben die „Fast-Gewinner“ je eine Oral-B Triumph mit Smart Guide erhalten, das aktuelle Spitzenprodukt der Elektrozahnbürsten von Procter & Gamble.

Mediziner, Zahnärzte sowie Wissenschaftler mit gleichwertiger akademischer Ausbildung, die sich der medizinischen oder zahnmedizinischen Forschung widmen, können sich ab sofort um die mit insgesamt 7.500 Euro dotierte Auszeichnung für 2010 bewerben. Zugelassen sind dabei approbierte wie auch angehende Ärzte und Zahnärzte, Einzelpersonen als auch Arbeitsgruppen. Die Bewertung erfolgt dann wieder traditionell durch eine unabhängige Jury aus mehreren Wisenschaftlern und dem amtierenden Präsidenten der DGK. Die Bewerber können ihr druckfertiges Manuskript in deutscher oder englischer Sprache bis zum Einsendeschluss am 30. Juni 2010 einreichen.

 

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