Köln – Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) kritisiert scharf, dass die Politik bei der jetzt beschlossenen GKV-Reform einen zwingend notwendigen differenzierten Blick auf die unterschiedlichen Versorgungsbereiche ignoriert und somit nicht die Besonderheiten der zahnärztlichen Versorgung und ihre Präventionserfolge berücksichtigt hat.
Für die KZBV steht zudem fest, dass das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zulasten der Versicherten und auf Kosten der Mundgesundheit in Deutschland geht.
Medizinisch notwendige Leistungsentwicklungen nicht mehr abbildbar
Die beschlossenen Regelungen zur Vergütung von Behandlungen gefährden insbesondere präventionsorientierte Versorgungskonzepte wie die Parodontitistherapie sowie den weiteren Ausbau von Leistungen für vulnerable Patientengruppen. Den Zahnarztpraxen ist es künftig nicht mehr möglich, die Versorgung für diese Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht umzusetzen.
Negative Auswirkungen gibt es auch auf die flächendeckende Patientenversorgung: Aufgrund fehlender Planungssicherheit könnten sich viele ältere Zahnärztinnen und Zahnärzte dazu entscheiden, früher ihren Beruf aufzugeben; zugleich werden Vorbehalte gegenüber einer Praxisniederlassung gestärkt. Versorgungsengpässe speziell in ländlichen Regionen sind dann nicht mehr auszuschließen.
Hierzu erklärt Martin Hendges, KZBV-Vorstandsvorsitzender: „Schon die Budgetierung durch die Ampelregierung hatte schwere Auswirkungen auf den vertragszahnärztlichen Bereich. Die erneuten Sparmaßnahmen sind in keiner Weise sachlich gerechtfertigt und in ihrer Wirkung völlig unverhältnismäßig. Der Zahnärzteschaft ist es als einzigem Versorgungsbereich gelungen, ihren Anteil an den GKV-Gesamtausgaben kontinuierlich (auf aktuell 5,6 Prozent) zu senken und das, obwohl der Leistungskatalog stetig ausgebaut wurde. Während die Leistungsausgaben in der GKV im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 8,0 Prozent gestiegen sind, liegt die Entwicklung der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung inklusive Zahnersatz bei 4,8 Prozent und damit als einziger relevanter Versorgungsbereich sogar deutlich unterhalb der Grundlohnsummenentwicklung für 2026 (5,17 Prozent).“
Der seit Jahren sinkende Anteil vertragszahnärztlicher Leistungen an den GKV-Gesamtausgaben ist das Ergebnis einer konsequent präventionsorientierten Versorgung. Damit hat die Zahnärzteschaft gezeigt, wie ein verantwortungsvoller und effizienter Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln aussieht; dennoch wird sie jetzt erneut massiv belastet.
Regelungen zur kieferorthopädischen Behandlung teilweise praxisfern
Positiv zu bewerten ist, dass die Politik erkannt hat, welche dramatischen Auswirkungen ein Fachzahnarztvorbehalt im Bereich Kieferorthopädie auf die Versorgung gehabt hätte. Dies zeigt sich vor allem bei der Ausgestaltung der Übergangsregelung und Einräumung von Handlungsspielräumen für die Selbstverwaltung. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die kieferorthopädische Versorgung unter den neuen Bedingungen entwickeln wird. Hingegen ist die Einführung von Leistungskomplexen und Pauschalvergütungen für die kieferorthopädische Versorgung völlig verfehlt. Das aktuell etablierte System führt nachweislich weder zu einer Über- noch zu einer Unterversorgung. Laut der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) ist der kieferorthopädische Behandlungsbedarf in Deutschland seit Langem stabil geblieben.
Die KZBV teilt nach wie vor das Ziel der Bundesregierung, weitere Beitragssteigerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung abzuwenden. Das beschlossene Reformpaket gefährdet aber die Erfolge eines hocheffizienten, präventionsorientierten Versorgungsbereichs.
Schlagwörter:
Berlin – Für die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) steht fest: Um die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nachhaltig ...
MÜNCHEN – Die AOK Bayern gefährdet die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung in Bayern. Vor allem in Regionen mit einem ...
MÜNCHEN - Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) spricht sich gegen Beitragsrückzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung...
Berlin – Der Alltag in zahnärztlichen Praxen wird heute in großem Maße von Bürokratielasten und Verwaltungsaufgaben bestimmt. Wertvolle Zeit für die ...
KÖLN – Anlässlich des ergangenen Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Löschung von Einträgen auf Arztbewertungsportalen hat die ...
MÜNCHEN – Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) und der BKK Landesverband Bayern haben sich hinsichtlich der ...
KÖLN - Seit dem 1. Juli 2013 können sich alle Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte für die neue KZBV-App ...
KÖLN – Mit dem im November letzten Jahres verabschiedeten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz hat die Bundesregierung die Mittel für zahnärztliche ...
BERLIN – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den Referentenentwurf des Digital-Gesetzes (DigiG) vorgelegt. Das seit längerem angekündigte ...
BERLIN - Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus – weltweit, aber auch in Deutschland – hat die KZBV gesicherte Informationen zu dem Thema für ...
Live-Webinar
Fr. 31. Juli 2026
18:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Di. 4. August 2026
2:00 Uhr CET (Berlin)
Dr. Cameron Shahbazian DMD MBA
Live-Webinar
Mi. 5. August 2026
19:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Do. 6. August 2026
23:00 Uhr CET (Berlin)
Dr. Daniel Fernando Zabaleta Díaz
Live-Webinar
Di. 11. August 2026
19:00 Uhr CET (Berlin)
Dr. Bruce McFarlane Certified Specialist in Orthodontics Fellow: Royal College of Dentists of Canada Diplomate: American Board of Orthodontics
Live-Webinar
Mi. 19. August 2026
1:00 Uhr CET (Berlin)
Prof. Dr. Wael Att, Dr. Andrea Laureti ITI Scholar Michigan, Dr. Acela Martinez
Live-Webinar
Mo. 24. August 2026
20:00 Uhr CET (Berlin)
Alejandro Uribe Marioni DDS, MSc, PhD
To post a reply please login or register