Mainz – Die Zahntechniker Innung Rheinland-Pfalz beobachtet mit großer Sorge eine Entwicklung, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre: Erste zahntechnische Meisterbetriebe sehen sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in der Lage, Zahnersatz und Zahnersatzreparaturen für gesetzlich versicherte Patienten dauerhaft kostendeckend anzubieten.
Während Materialkosten, Energiekosten, Bürokratieaufwand und insbesondere die Lohnkosten aufgrund gesetzlicher Mindestlohnerhöhungen kontinuierlich steigen, bleiben die Vergütungsstrukturen der gesetzlichen Krankenkassen mit administrierten Preisen hinter den tatsächlichen Kostenentwicklungen deutlich zurück. Bereits heute weisen Vertreter des Zahntechniker-Handwerks darauf hin, dass die Vergütung der zahntechnischen Leistungen unterhalb der realen Kostensteigerungen liegt.
"Wenn politisch gewollte Lohnerhöhungen, steigende Sozialabgaben und höhere Betriebskosten nicht angemessen refinanziert werden, geraten insbesondere kleine und mittelständische Dentallabore an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit. Die Folge ist ein schleichender Rückzug aus der Versorgung gesetzlich versicherter Patienten", erklärt Manfred Heckens, Landesinnungsmeister der Zahntechniker-Innung Rheinland-Pfalz.
Besonders betroffen sind Reparaturen und Regelversorgungen im GKV-Bereich. Diese Leistungen sind personalintensiv, erfordern hohe fachliche Kompetenz und müssen häufig innerhalb kürzester Zeit erbracht werden. Gleichzeitig sinken die wirtschaftlichen Spielräume der Betriebe zunehmend.
Die Innung warnt davor, die aktuelle Entwicklung zu unterschätzen. Sollte die Politik weiterhin auf Kostendämpfung und Absenkung der Zahnersatzpreise im GKV-Bereich setzen, drohen längere Wartezeiten, eine Ausdünnung der wohnortnahen Versorgungsstrukturen und weiterer Verlust qualifizierter Fachkräfte.
Die Zahntechnikerinnung Rheinland-Pfalz fordert daher:
- eine auskömmliche und realitätsgerechte Vergütung zahntechnischer Leistungen,
- die vollständige GKV Preis-Berücksichtigung bei Mindestlohnsteigerungen,
- den Erhalt mittelständischer Meisterbetriebe als Rückgrat der Patientenversorgung
- sowie eine gesundheitspolitische Neuausrichtung, die Qualität und Versorgungssicherheit vor kurzfristige Sparziele stellt.
Wer aktuell in der Politik für die "Nutznießer in der GKV" die Absenkung der Festzuschüsse für Patienten beschließt, die Vergütung der Zahntechniker um minus 1 % absenkt, dabei immer höhere Qualitätsanforderungen fordert, gleichzeitig die wirtschaftlichen Grundlagen der Betriebe beschneidet, nimmt in Kauf, die Zahnersatz-Versorgung der Patienten im Land dauerhaft zu gefährden.
Die ersten Warnsignale sind bereits sichtbar.
Schlagwörter:
MAINZ – Dr. Wilfried Woop ist neuer Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz. Der 59-jährige Zahnarzt aus Neustadt an ...
Mainz – Vor dem Hintergrund der massiven Sparpläne der Bundesregierung bei den Leistungserbringern im Gesundheitswesen, haben Vertreterinnen und ...
Berlin – Der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) weist die Anfang Februar öffentlich gewordenen Vorschläge des CDU-Wirtschaftsrates zur ...
BERLIN – Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat mit Wirkung zum 1. Januar 2023 eine Anpassung der Festzuschussbeträge zum Zahnersatz beschlossen.
...
MÜNCHEN - Der Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) sieht die zahnmedizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen gefährdet. Grund ...
MÜNCHEN - Der Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) sieht die zahnmedizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen gefährdet. Grund ...
BOCHUM – Mit seiner Umfrage nach psychischen Belastungen in der Zahntechnik hat der Verband medizinischer Fachberufe e.V. einen ausgesprochen wunden Punkt...
STUTTGART - Das Landessozialgericht (LSG) in Baden- Württemberg befasste sich in einem Urteil vom 29.06.2011 (L 2 SO 5698/10) mit der Frage, ob ein ...
BÜDINGEN - Gesetzliche Krankenkassen möchten künftig den privaten Teil von Zahnarzt-Rechnungen prüfen. Armin Stecher, ...
München – Ein Krisengespräch am vergangenen Wochenende in den Räumen der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) alarmiert die zahnärztliche ...
MÜNSTER – Der 4. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat am 20. November in einem Grundsatzurteil entschieden, dass der Meisterzwang für das ...
Live-Webinar
Do. 24. September 2026
19:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Do. 24. September 2026
19:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Fr. 25. September 2026
14:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Mo. 28. September 2026
18:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Di. 29. September 2026
16:00 Uhr CET (Berlin)
Live-Webinar
Di. 29. September 2026
19:00 Uhr CET (Berlin)
Prof. Mariano Sanz MD, DDES, PhD, Dr. Ignacio Sanz-Sánchez
Live-Webinar
Mi. 30. September 2026
2:00 Uhr CET (Berlin)
Prof. Mario H. Rodriguez-Tizcareño DDS
To post a reply please login or register