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Mundpflege bei Parodontitis: Der Langzeiterfolg entscheidet sich im Alltag

Der langfristige Erfolg parodontaler Therapien hängt maßgeblich davon ab, wie gut empfohlene Mundpflegeroutinen im Alltag umgesetzt werden. © Pixel-Shot – stock.adobe.com
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Di. 12. Mai 2026

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Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis lassen sich heute durch aktuelle Therapieansätze gut kontrollieren. Dennoch bleiben sie chronische Herausforderungen, deren langfristiger Behandlungserfolg maßgeblich von einer konsequenten häuslichen Mundhygiene der Patientinnen und Patienten abhängt. Im Interview erklärt Parodontologe Dr. Florian Rathe, wo die größten Hürden liegen und wie ganzheitliche Pflegekonzepte die Langzeitstabilität unterstützen können.

Herr Dr. Rathe, in Ihrer Praxis begegnen Ihnen häufig Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Gingivitis, Parodontitis oder periimplantären Entzündungen. Worin liegen die größten Herausforderungen bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Zahnfleischproblemen?
Die größten Herausforderungen liegen weniger in der initialen Therapie als in der langfristigen Mitarbeit der Patientinnen und Patienten. Mit einer strukturierten antiinfektiösen Therapie lassen sich auch fortgeschrittene Befunde zunächst stabilisieren. Die eigentliche Schwierigkeit beginnt danach.

Dr. Florian Rathe ist Parodontologe, Implantologe und Spezialist für Ästhetische Zahnmedizin. © 32 schönezähne

Dr. Florian Rathe ist Parodontologe, Implantologe und Spezialist für Ästhetische Zahnmedizin. © 32 schönezähne

Viele dieser Patientinnen und Patienten bringen eine lange Krankheitsgeschichte mit, weisen Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes auf und zeigen nicht selten eine gewisse Therapiemüdigkeit. Komplexe oder wenig alltagstaugliche Mundhygienekonzepte werden daher häufig nur eingeschränkt umgesetzt.

In der unterstützenden Parodontaltherapie geht es daher vor allem um verlässliche, reproduzierbare Routinen. Die tägliche Biofilmkontrolle ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Produkte und Konzepte müssen effektiv und gut verträglich sein, damit sie von den Patientinnen und Patienten langfristig akzeptiert werden.

Nach parodontalen Eingriffen entscheidet oft die Nachsorge über Stabilität oder Rückfall. Welche Rolle spielt die tägliche Mundhygiene in dieser Phase?
Sie ist nach parodontalen Eingriffen ein zentraler therapeutischer Hebel. Während die professionelle Therapie die Voraussetzungen schafft, entscheidet sich der Langzeiterfolg im Alltag.

Gerade in der frühen postoperativen Phase ist das Gewebe besonders vulnerabel. Mechanische Reize sind nur eingeschränkt möglich, gleichzeitig darf sich kein dysfunktionaler Biofilm etablieren. Hier braucht es Konzepte, die antibakteriell wirken, gewebeschonend sind und gut vertragen werden.

Welche Vorteile sehen Sie bei ganzheitlichen Konzepten aus Zahnpasta, Mundspülung und Zahnbürste?
Aufeinander abgestimmte Systeme vermitteln Struktur und erleichtern die Umsetzung im Alltag. Für viele Patientinnen und Patienten senkt ein klares System die Hemmschwelle, Empfehlungen langfristig einzuhalten. Einheitliche Empfehlungen schaffen Orientierung und Vertrauen, insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die bereits viele Produkte ausprobiert haben.

Welche Empfehlungen geben Sie Praxisteams für die langfristige Motivation von Patientinnen und Patienten?
Mundpflege sollte nicht als zeitlich begrenzte Maßnahme, sondern als dauerhafter Bestandteil der Therapie vermittelt werden. Kontinuität, Klarheit und Wertschätzung sind aus meiner Erfahrung die wirksamsten Instrumente, um Patientinnen und Patienten dauerhaft für ihre Mundgesundheit zu gewinnen.

Anmerkung der Redaktion:

Das im Interview beschriebene Zusammenspiel aus professioneller Therapie und konsequenter häuslicher Mundpflege steht auch im Mittelpunkt des meridol PARODONT EXPERT Systems. Das System aus Zahnpasta, Mundspülung und Zahnbürste ist für die langfristige tägliche Mundpflege bei parodontal gefährdetem Zahnfleisch konzipiert und kann Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, eine einfache, gut umsetzbare Routine beizubehalten.

Dieses Interview ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis, Ausgabe 3/26, erschienen.

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