Dental Tribune Germany

Wie Dentallabore die Umstellung auf digitale Produktion bewältigen können

By Dental Tribune International
September 30, 2020

Die rasche Weiterentwicklung von digitalen Technologien verändert ständig den Prothetikmarkt. Um auf diese Entwicklung reagieren zu können, präsentiert Diplom-Betriebswirt Werner Weidhüner in einem Webinar am 14. Oktober Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze für Dentallabore. Vorab gab der Gründer des Beratungsunternehmens Weidhüner & Partner Dental Tribune International einen Einblick in die Schwerpunkte seines Online-Vortrages.

Herr Weidhüner, inwiefern hat sich der Prothetikmarkt in den letzten Jahren verändert?
Der Prothetikmarkt hat sich für Dentallabore und Zahnarztpraxen in den letzten Jahren insbesondere durch die Digitalisierung der Fertigungsprozesse rasant verändert. Dieser Veränderungsprozess wird sich zunehmend beschleunigen. Während 2010 der Anteil CAD-/CAM-gefertigter Versorgungen in deutschen gewerblichen Laboren im Branchendurchschnitt noch bei ca. 6,3 Prozent der gesamten Produktion lag, betrug er 2015 bereits rund 37 Prozent. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird er bei ca. 80 Prozent liegen. Der heutige Stand digitaler zahntechnischer Leistungen umfasst Kronen und Brücken, Innen- und Außen-Teleskope, Abutments, Stegkonstruktionen, Schienen, Provisorien, Modelle, Totalprothesen, Modellguss und vieles mehr.

Welchen Herausforderungen ergeben sich daraus für Dentallabore?
Dentallabore müssen sich mit der digitalen Produktion in Ihren Unternehmen sowohl hinsichtlich der technischen Anforderungen als auch mit den veränderten organisatorischen Abläufen sowie neuen Materialien auseinandersetzen. Und sie müssen die Preiskalkulation und die Investitionsrechnung beherrschen. Dabei werden häufig zwei wesentliche Faktoren unterschätzt. Erstens die Kapitalintensität der Investitionen und zweitens die Möglichkeit, dass auch Zahnarztpraxen sich mit dieser Technologie ausstatten können. Dies führt dann zwangsläufig zu Umsatzeinbußen im Labor, wenn darauf nicht rechtzeitig reagiert wird. Die Zahnarztpraxis muss also zwingend vom Labor in den digitalen Prozess mit eingebunden werden.

Was sind mögliche Folgen, wenn nicht auf diese Herausforderungen reagiert wird?
So wie sich der Markt verändert, muss sich auch das Verhältnis zur Praxis bzw. zum Praxislabor ändern. Wird nicht agiert, läuft das gewerbliche Labor Gefahr, dass die Praxis ein eigenes Labor gründet und das gewerbliche Labor einen wesentlichen Umsatzanteil verliert, was mit einer signifikanten Gewinnverschlechterung einhergeht. Damit ist natürlich auch die Gefahr verbunden, dass sich die Mittel, welche in die digitale Produktion investiert wurden, nicht mehr rechnen. Praktische Beispiele dafür gibt es genug.

Auf welche Lösungsansätze werden Sie in Ihrem Webinar eingehen?
Die Lösungsansätze zur Vermeidung dieser Folgen müssen tradierte Verhaltensweisen verlassen und für die Zahnarztpraxen attraktiv sein. Dabei muss das bisher Undenkbare denkbar gemacht werden indem die Praxis – durch die Digitalisierung – stärker an das Labor gebunden wird. Dadurch können Abhängigkeiten zum technischen und wirtschaftlichen Vorteil beider genutzt werden. Dies erfordert zweifellos Mut als auch moderne Methoden der Investitionsrechnung und der Kalkulation, um die wirtschaftlichen Risiken einzugrenzen und daraus Gewinnerhöhungen für das gewerbliche Labor und die Zahnarztpraxis zu generieren. Das Webinar wird diese Ansätze ausführlich behandeln und (anonym) über Labore berichten, die diese Wege derzeit höchst erfolgreich gehen.

Das Webinar „Prothetik Digital Praxis & Dentallabor – neue Chancen der Zusammenarbeit mit dem Praxislabor“, wird am 14. Oktober ab 15 Uhr live im Internet übertragen. Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, während der Übertragung per Chat Fragen an den Referenten zu stellen. Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei für das Webinar auf der Seite der minilu Academy.

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