Brasilien – In einer randomisierten klinischen Studie erzielten Omega-3-Fettsäuren und niedrig dosierte Acetylsalicylsäure nach einem Jahr vergleichbare klinische Ergebnisse wie Amoxicillin und Metronidazol.1
Bei schwerer Parodontitis könnten Omega-3-Fettsäuren und niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, kurz ASS, die Parodontitistherapie wirksam ergänzen. Darauf deuten die Ergebnisse einer multizentrischen, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 109 Erwachsenen hin, die im Journal of Periodontology veröffentlicht wurde.
Alle Teilnehmenden mit Parodontitis im Stadium III oder IV erhielten eine subgingivale Instrumentierung. Anschließend wurden sie nach dem Zufallsprinzip einer von vier Gruppen zugeteilt. Zusätzlich zur Standardtherapie erhielten sie entweder Placebos, für 14 Tage dreimal täglich 500 Milligramm Amoxicillin und 400 Milligramm Metronidazol, über sechs Monate täglich drei Gramm Omega-3-Fettsäuren und 100 Milligramm ASS oder eine Kombination aus beiden Zusatztherapien.
Nach einem Jahr erreichten 58,6 Prozent der mit Antibiotika behandelten Patienten den festgelegten Behandlungsendpunkt. In der Omega-3-ASS-Gruppe waren es 57,7 Prozent. Als erfolgreich galt die Behandlung, wenn höchstens vier Stellen mit einer Sondierungstiefe von mindestens fünf Millimetern verblieben. In der Gruppe, die nur die subgingivale Instrumentierung und Placebos erhielt, erreichten 23,1 Prozent dieses Ziel. Auch die Zahl der Stellen mit einer Sondierungstiefe von mindestens fünf Millimetern ging bei allen drei Zusatztherapien stärker zurück als in der Placebogruppe. Die Kombination aus Antibiotika, Omega-3 und ASS brachte dagegen keinen zusätzlichen Vorteil.
Nach Angaben der Forscher trägt Omega-3 zur Bildung spezialisierter Mediatoren bei, die an der natürlichen Auflösung von Entzündungen und an der Gewebereparatur beteiligt sind. Niedrig dosiertes ASS kann die Bildung dieser Mediatoren fördern. Die Kombination soll somit nicht in erster Linie die Bakterien bekämpfen, sondern die körpereigene Entzündungsreaktion beeinflussen. Die positiven Effekte bestanden auch sechs Monate nach dem Ende der Supplementierung noch. Nach Ansicht der Studienautoren könnte die Behandlung daher eine Alternative für Menschen sein, die aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten keine Antibiotika einnehmen können. Für einen routinemäßigen Ersatz seien jedoch weitere Studien in unterschiedlichen Patientengruppen erforderlich.
1 Nidia C. Castro dos Santos et al, Immunomodulators, associated or not with systemic antibiotics, to treat periodontitis: A 1‐year multicenter, placebo‐controlled, double‐blind, randomized clinical trial, Journal of Periodontology (2026). DOI: 10.1002/jper.70081
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