WIEN – Hamburger, Schweinsbraten, Kuchen und Nachspeisen mit extra viel Sahne und Zucker als Belohnung am Wochenende: Wer sich periodisch ungesund ernährt, verändert sein Darmmikrobiom.
Das haben Margaret Morris und Mike Kendig von der University of New South Wales herausgefunden. Die Zahl der "schlechten" Bakterien, die mit Fettleibigkeit verbunden sind, erhöht sich demnach und jene der "guten" Bakterien, die mit Gewichtskontrolle einhergehen, nehmen ab, heißt es.
Dauer der Zyklen entscheidend
Die besagten Effekte verstärken sich mit längeren ungesunden Ernährungszyklen, so die Forscher. Zudem werde das räumliche Gedächtnis negativ beeinflusst, das für die Orientierung zuständig ist. Die Erkenntnisse haben die Experten bei Experimenten mit Ratten gewonnen. Ein Teil der erwachsenen männlichen Tiere bekam durchgehend gesunde Nahrungsmittel. Ein anderer Teil wurde 16 Tage lang mit einem Mix aus gesundem Standardfutter und fett- sowie zuckerreichen Lebensmitteln gefüttert. In zwei aufeinander folgenden Experimenten erhielten die Tiere den ungesunden Mix durchgehend oder zyklisch.
Ratten, die beiden ungesunden Ernährungsvariationen ausgesetzt waren, schnitten bei räumlichen Gedächtnistests, bei denen sie sich an die Platzierung von Objekten erinnern mussten, schlechter ab als die durchgehend gesund ernährten Tiere. Alle Ratten, die ungesund ernährt wurden, nahmen stärker an Gewicht zu als die Kontrollgruppe. Die Länge des "ungesunden Zyklus" hatte nur geringe Auswirkungen. "Unsere Analysen zeigen, dass die Konzentrationen von zwei Bakterien mit dem Ausmaß der Gedächtnisstörung korrelieren, deren Konzentration allein von der durchgehenden oder zyklischen ungesunden Ernährung beeinflusst wird", sagt Kendig.
Struktur des Gehirns beeinflusst
Besorgniserregend ist den Forschern nach, dass der Verzehr ungesunder Lebensmittel die Struktur des Gehirns direkt beeinflussen kann. Eine fett- und zuckerreiche Ernährung könne die Größe und Funktion des Hippocampus reduzieren, der für das Lernen und das Gedächtnis unerlässlich ist. "Wenn wir eine gesunde Ernährung beibehalten - wie die mediterrane Ernährung mit hoher Vielfalt, Obst, Gemüse, wenig Fetten und guten Proteinen - haben wir eine bessere Chance, unsere Wahrnehmung zu erhalten", sagt Morris abschließend.
Quelle: pressetext.com
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