Ulm – 58 hochmodern ausgestattete Techniker- und 14 Simulationsarbeitsplätze in zwei Skills Labs, sechs Labore, zwei Seminarräume sowie drei zusätzliche Behandlungsräume: All das befindet sich auf rund 600 Quadratmetern Fläche in den neuen Lehrräumlichkeiten der Ulmer Zahnmedizin.
Der Umbau unter Federführung von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm hat insgesamt 7,62 Millionen Euro gekostet. Am Freitag, 13. Februar, fand die feierliche Eröffnung statt.
Bevor Studierende der Zahnmedizin bei echten Patientinnen und Patienten Karies entfernen oder Kronen anpassen, erlernen sie die Grundlagen der Behandlung in praktischen Kursen. Beste Bedingungen dafür bieten die neuen Skills Labs mit ihren hochmodernen Laboren, Arbeitsplätzen und Behandlungsräumen an der Universität Ulm. Sie werden von allen vier Zahnkliniken der Ulmer Universitätsmedizin genutzt, und zwar bereits seit dem Beginn des Wintersemesters 2025/26. Am vergangenen Freitag wurden die neuen Räumlichkeiten im vierten und fünften Stock im Gebäudekreuz N24 offiziell eröffnet.
Der Umbau war aufgrund der neuen Approbationsordnung für Zahnärztinnen und Zahnärzte nötig geworden, die seit 2021 gilt und mehr klinische Praxis und fächerübergreifendes Arbeiten vorsieht. Zusätzlich bestand dringender Handlungsbedarf, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten und alle Plätze digital auszustatten, wie Professor Bernd Lapatki, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kieferorthopädie und Orthodontie und Studiendekan der Zahnmedizin, bei der Eröffnung berichtete. Den Umbau haben Vermögen und Bau Baden-Württemberg und die Universität Ulm gemeinsam in nur drei Jahren von der Planung bis zur Fertigstellung gestemmt – im laufenden Lehrbetrieb. „Das war eine tolle Zusammenarbeit und hat wirklich sehr gut funktioniert“, freut sich Lapatki.
Die praktischen Kurse in den Skills Labs ergänzen die zahnmedizinischen Lehrveranstaltungen. Lokalanästhesie, Schnitt- und Nahttechniken, Zahnentfernung sowie Grundlagen zu Materialien und Instrumentenkunde. Dieses Grundwissen werde an Modellköpfen vermittelt, erläuterte Dr. Franziska Sachs, Oberärztin in der Klinik für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie. Je zwei Studierende üben die Behandlungssituation gemeinsam an einem Simulationsarbeitsplatz. Dazu gehören nicht nur Eingriffe wie die operative Zahnentfernung, sondern auch das ergonomische Arbeiten und das korrekte Abstützen am Patienten. Jeweils zwei Dozierende und eine zahnmedizinische Fachkraft betreuen die Studierenden.
Auf 600 Quadratmetern, verteilt auf zwei Stockwerke, ist nun Platz für Lehre und Forschung. „Wir haben vollständig entkernt, die Fassade partiell erneuert, Schadstoffe beseitigt und Labortechnik integriert“, berichtete Frank Tuschla, Abteilungsleiter Technik bei Vermögen und Bau Amt Ulm. Die Baukosten beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro, dazu kamen 3,5 Millionen Euro für die Technik. Die Kosten für die Ausstattung hat die Medizinische Fakultät der Universität Ulm übernommen, „weil uns natürlich die Ausbildung am Herzen liegt“, sagte deren Dekan, Professor Thomas Wirth. Die Studierenden der Zahnmedizin lernen künftig mit der neuesten digitalen Technik, unter anderem mit intraoralen Kameras zum Scan des Mundraums bis zum 3D-Druck von Kiefermodellen. „Die Skills Labs sind jetzt zukunftssicher“, ist Wirth überzeugt.
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