Sao Paulo – Passivrauch kann die chemische Zusammensetzung und mikroskopische Struktur des Zahnschmelzes verändern. Darauf weist eine brasilianische Studie mit jungen Ratten hin. Sichtbare Schmelzdefekte oder eine geringere Mikrohärte wurden jedoch nicht festgestellt.
Zigarettenrauch könnte bereits während der frühen Entwicklung die Mineralisation des Zahnschmelzes beeinflussen. Forschende der Universität São Paulo untersuchten dafür 34 junge Ratten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Calcified Tissue International veröffentlicht. 19 Tiere waren vom zweiten bis zum 28. Lebenstag zweimal täglich jeweils fünf Minuten Zigarettenrauch ausgesetzt. Weitere 15 Tiere bildeten die Kontrollgruppe.
Welche Veränderungen zeigte der Zahnschmelz?
Mit bloßem Auge waren keine ausgeprägten Schmelzdefekte erkennbar. Erst chemische und mikroskopische Untersuchungen zeigten Unterschiede. Im Zahnschmelz der exponierten Ratten fanden die Forschenden weniger Phosphor und mehr Kohlenstoff. In den Aufnahmen erschienen zudem die Abstände zwischen den Schmelzprismen in der äußeren Schmelzschicht größer. Das Schmelzvolumen, der Kalziumgehalt und die Mikrohärte unterschieden sich dagegen nicht zwischen den beiden Gruppen.
Sind die Ergebnisse übertragbar?
Ob die veränderte Zusammensetzung den Zahnschmelz langfristig anfälliger für Verschleiß oder Frakturen macht, wurde nicht untersucht. Auch ein Zusammenhang zwischen Passivrauch und Schmelzbildungsstörungen wie der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist damit nicht belegt.
Da es sich um eine tierexperimentelle Studie handelt, lassen sich die Ergebnisse nicht unmittelbar auf Kinder übertragen. Die Untersuchung liefert jedoch erste Hinweise darauf, dass Passivrauch während der frühen Entwicklung die Mineralisation des Zahnschmelzes beeinflussen könnte.
1 Juliana de Lima Gonçalves et al, Impact of Secondhand Smoke on the Biomineralization of Dental Enamel in Rats, Calcified Tissue International (2026). DOI: 10.1007/s00223-026-01542-6
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