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Interview: „Excellence made easy“ durch Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Präzision

Dr. Alexander Völcker, Group Vice President der Dental Product Group CAD/CAM und Orthodontics bei Dentsply Sirona, im Gespräch mit Dental Tribune International. © Dentsply Sirona
By Dental Tribune International
February 26, 2020

Kürzlich hat Dentsply Sirona der Weltöffentlichkeit eine neue Schleif- und Fräseinheit präsentiert – CEREC Primemill. Dem exklusiven Launch in Berlin wohnten über 200 internationale Meinungsbildner und Pressevertreter bei. Dental Tribune International hatte auf der Veranstaltung die Gelegenheit, mit Dr. Alexander Völcker, dem Group Vice President der Dental Product Group CAD/CAM und Orthodontics, zu sprechen.

Herr Dr. Völcker, mit der Einführung von CEREC Primemill erreicht das bewährte CEREC-System eine neue Ebene. Was hat Sie zur Entwicklung der Einheit bewogen, und was genau unterscheidet sie von den bisherigen Modellen?
Durch den intensiven Kontakt, den wir mit unseren Kunden pflegen, haben wir stets eine genaue Vorstellung von dem, welche Fragen und Themen sie bewegen. Auch unsere Ingenieure haben immer Ideen, wie Produkte und Lösungen verbessert werden können. Natürlich war und ist die CEREC MC XL eine tolle Schleif- und Fräseinheit, dennoch war vor ungefähr 4,5 Jahren der Zeitpunkt erreicht, diese Ideen umzusetzen und nochmals in die Entwicklung einer komplett neuen Maschine zu investieren. Wir waren davon überzeugt, dass der Markt die zahlreichen neuen Features honorieren würde.

Völcker sprach auf dem Dentsply Sirona Global CEREC KOL Summit in Berlin über die neusten Entwicklungen in der digitalen Zahnheilkunde. © Dental Tribune International

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die CEREC Primemill nicht so stark von ihren Vorgängern, und doch ist sie ganz anders. Wir haben dem neuen System die Überschrift „Excellence made easy“ gegeben – und das ganz bewusst. Dieses Statement fußt auf den Bausteinen Geschwindigkeit, Präzision und Benutzerfreundlichkeit. Die Schnelligkeit, mit der Restaurationen jetzt gefertigt werden können, bedeutet einen ökonomischen, aber auch einen strukturellen Wert – für die Praxis und vor allem für den Patienten. Ab einer Behandlungszeit von 75 bis 90 Minuten ist es fast immer nötig, neu zu anästhesieren. Mit dem neuen CEREC-Workflow kann man einen Patienten komplett in einer Sitzung behandeln, ohne ihn erneut örtlich zu betäuben. Hinsichtlich der Genauigkeit sorgen die neu entwickelten feinen Werkzeuge dafür, dass Fissurendetails sehr genau herausgearbeitet werden. Die Technologie in Kombination mit dem einfach zu bedienenden Touch-Interface lässt darüber hinaus praktisch keine Fehler mehr zu, etwa bei der Auswahl der Werkzeuge oder des Materials. Das verstehen wir unter „made easy“.

Nach der erfolgreichen Einführung des Intraoralscanners Primescan im vergangenen Jahr und nun CEREC Primemill bleibt Dentsply Sirona mit seinen Innovationen schwerpunktmäßig im Chairside-Bereich. Sehen Sie hier das größte Entwicklungspotenzial?
In diesem Bereich waren wir die Pioniere. Heute sind wir klar der Marktführer und werden Chairside-Technologien weiter vorantreiben. Dabei stellen wir uns auf die verschiedenen Bedürfnisse unserer Kunden ein. Viele wollen nicht sofort in die Single-Visit-Dentistry einsteigen, sondern erst den digitalen Prozess kennenlernen und weiterhin mit ihrem Labor zusammenarbeiten. Aus diesem Grund sind wir beispielsweise eine umfangreiche Kooperation mit exocad auf dem Gebiet des digitalen dentalen Workflows im vergangenen Jahr eingegangen.

„Das CEREC-System, das wir heute haben, ist aus unserer Sicht so attraktiv wie nie zu vor“

Mit dem neuen CEREC steht Zahnärzten nun ein komplettes System mit großer Flexibilität für klinisch zuverlässige Ergebnisse zur Verfügung. © Dentsply Sirona

Trotz des wachsenden Angebots stehen viele Zahnärzte immer noch an der Schwelle zur Digitalisierung. Was tut Dentsply Sirona, um den Digitalisierungsgrad der Zahnheilkunde voranzutreiben, und welche Rolle spielt dabei die zahnärztliche Fortbildung Ihrer Meinung nach?
Die Durchdringung der Praxen mit digitalen Technologien wächst spürbar, die Zahnheilkunde befindet sich gerade in einer sehr wichtigen Umbruchphase. Wir sind in diesem Bereich zuletzt sehr stark gewachsen, auch dank der erfolgreichen Markteinführung der Primescan. Dennoch kann von einer Sättigung des Marktes nicht die Rede sein. Das CEREC-System, das wir heute haben, ist aus unserer Sicht so attraktiv wie nie zu vor. Deshalb lautet unser Slogan „Now is the time – the all-new CEREC“. Wir sind uns sicher, dass das System jetzt eine Reife erreicht hat, die es einem interessierten Anwender ermöglicht, seine Praxis in relativ kurzer Zeit umzustellen und damit wirtschaftlich zu arbeiten.

Fortbildung ist dabei enorm wichtig. Zahnärzte und Zahntechniker sind Menschen, die mit den Händen arbeiten und Produkte selbst erleben wollen und müssen. Etwas ausschließlich am Bildschirm zu präsentieren, kann sicherlich Interesse wecken. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass nur durch das persönliche Erlebnis aus Interesse Enthusiasmus entstehen kann. Deshalb sind Veranstaltungen und Fortbildungen, auf denen unsere Produkte erfahren und erlebt werden können, ein wichtiger Baustein für uns, die Kunden für uns zu gewinnen.

Dentsply Sirona versteht sich als Komplettanbieter. Welche Bedeutung hat das CEREC-System in Ihrem Portfolio?
CEREC hat einen sehr großen Stellenwert. Die Digitalisierung in der Zahnarztpraxis wird viele andere Entwicklungen im gesamten Konzern beeinflussen und voranbringen. Der technologische Vorsprung hilft uns hier, an Technologien anzuknüpfen und sie weiter zu verbessern. Der Einstieg in den CEREC-Workflow hat auch Einfluss auf andere Arbeitsbereiche, beispielsweise bei den Materialien. Auch hier entwickeln wir ständig weiter, so dass der Kunde alles aus einer Hand bekommt.

„Der rein manuelle Workflow kann zwar zu hervorragenden Ergebnissen führen, aber nicht zu jeder Zeit und vor allem nicht immer konsistent“

Welche Rolle wird CEREC in der Zahnarztpraxis der Zukunft spielen?
Das berührt die Frage nach dem klinischen Goldstandard der Zukunft. Heutzutage ist tatsächlich der traditionelle Workflow mit konventioneller Abformung und Laborfertigung der klinisch etablierte Workflow. Allerdings denke ich, dass man diesen in den kommenden Jahren neu bewerten muss, vor allem aufgrund des technologischen Fortschritts. Der rein manuelle Workflow kann zwar zu hervorragenden Ergebnissen führen, aber nicht zu jeder Zeit und vor allem nicht immer konsistent. Die Ergebnisse sind stark abhängig vom Behandler, dessen Fähigkeiten und Tagesform. Diese Faktoren spielen bei den digitalen Workflows eine kleinere Rolle. Die Digitalisierung bietet einen enormen Vorteil mit Hinblick auf exzellente und vorhersagbare Ergebnisse. Die Etablierung eines neuen Goldstandards muss jedoch aus der klinischen Praxis kommen. Wir nehmen wahr, dass bereits viele Kliniker in diese Richtung schauen.

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