Shanghai – Eine neue Studie fand nun heraus, dass ein Bakterium aus dem Mundraum bei der Entstehung von Magenkrebs eine aktive Rolle spielt. Die Forschungsergebnisse, vorgestellt in der Fachzeitschrift Gut zeigen, dass Streptococcus anginosus das Fortschreiten von Magenkrebsüber seinen Stoffwechsel begünstigen kann.
Im Zentrum der Studie steht Methionin, eine für den menschlichen Körper essenzielle Aminosäure. Das Forschungsteam analysierte Stuhlproben von Magenkrebspatienten, führte Zellkulturexperimente durch und arbeitete mit Tiermodellen. Dabei zeigte sich, dass bei Patienten mit hoher Streptococcus anginosus-Belastung vermehrt bakterielle Stoffwechselwege zur Methionin-Bildung aktiv waren.
Streptococcus anginosus förderte das Tumorwachstum in Zellkulturen und bei Mäusen allerdings nur dann, wenn die Bakterien Methionin produzieren konnten. Wurde die Methionin-Synthese gezielt unterbunden, verlor das Bakterium seinen tumorfördernden Effekt. Eine Rolle spielte dabei das bakterielle Gen metE, das für die Methionin-Biosynthese notwendig ist. Offenbar stellt das von den Bakterien gebildete Methionin den Tumorzellen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung und unterstützt so das Krebswachstum, resümieren die Autoren.
Anmerkung der Redaktion:
Zhou C, Zhao L, Qin Y, et al Streptococcus anginosus-derived methionine promotes gastric cancer progression; Gut Published Online First: 02 January 2026. doi: 10.1136/gutjnl-2025-336966
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