BERLIN – foodwatch kritisiert Kindermarketing für überzuckerte Getränke. Unter den zehn zuckrigsten Getränken sind vier Produkte einer Lidl-Eigenmarke
Die Verbraucherorganisation foodwatch hat Lebensmittelhersteller dafür kritisiert, überzuckerte „Erfrischungsgetränke“ mit Comicfiguren schon an Kleinkinder zu bewerben. Ein von foodwatch veröffentlichtes Ranking zeigt die zehn zuckrigsten Kindergetränke, die bei den fünf größten Handelsketten zu finden sind. Vier der zehn zuckrigsten Produkte stammen von Solevita, einer Eigenmarke von Lidl. Dabei hatte die Handelskette in der Vergangenheit wiederholt damit geworben, den Zuckergehalt im Eigenmarken-Sortiment zu reduzieren.
„Die Lebensmittelindustrie nutzt Comicfiguren, um schon die kleinsten Kinder zu ködern und ihnen flüssige Zuckerbomben anzudrehen. Die Hersteller torpedieren damit die Bemühungen von Eltern und Lehrern, Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Ganz vorne dabei ist ausgerechnet Lidl – eine Handelskette, die sich als Vorreiterin der Zuckerreduktion feiert“, erklärte Luise Molling von foodwatch. Lidl hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 den Zucker im Eigenmarken-Sortiment um 20 Prozent zu reduzieren. Die Verbraucherorganisation forderte die Getränke-Industrie auf, das Kindermarketing für Zuckergetränke umgehend zu beenden.
Für die aktuelle Recherche hatte foodwatch bei den fünf Filialen der größten Handelsunternehmen sämtliche sogenannten Erfrischungsgetränke, die mit Comicfiguren auf der Verpackung an Kinder beworben werden, ermittelt und auf ihren Zuckergehalt geprüft. Die zehn zuckrigsten Kindergetränke im Überblick:
- Solevita (Lidl): Trinkpäckchen „Apfel-Kirsch“; Zuckergehalt: 10,2g/100ml
- Sonic-Drink: „Spongebob Schwammkopf Kids Cola“; Zuckergehalt: 10g/100ml
- Solevita (Lidl): „Orange“; Zuckergehalt: 10g/100ml
- Capri Sun: „Safari Fruits“; Zuckergehalt: 9,4g/100ml
- Solevita (Lidl): „Multivitamin“; Zuckergehalt: 9,3g/100ml
- Coca Cola: „Fanta Orange“; Zuckergehalt 9,1g/100ml
- Solevita (Lidl): Trinkpäckchen „Orange“; Zuckergehalt: 9,1g/100ml
- Rauch: „Yippy Multivitamin“; Zuckergehalt: 8,9g/100ml
- Rauch: „Yippy Kirsche“; Zuckergehalt 8,8g/100ml
- Capri Sun: „Monster Alarm“, Zuckergehalt 8,7g/100ml
15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig oder fettleibig. Im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren ist der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen. Zuletzt hat sich der Anteil auf dem hohen Niveau stabilisiert. Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „eine der Hauptursachen“ für die Entstehung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes. Die WHO empfiehlt daher, gesüßte Getränke generell nicht an Kinder zu bewerben.
Die weltweit führenden Lebensmittelunternehmen haben bereits 2007 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung versprochen, Werbung an Kinder verantwortungsvoll zu gestalten. In dem sogenannten „EU Pledge“ haben Coca-Cola, Ferrero, Nestlé & Co zugesichert nur noch Lebensmittel, die bestimmte Nährwertanforderungen erfüllen, an Kinder unter zwölf Jahren zu bewerben. Mehrere unabhängige Untersuchungen haben gezeigt, dass solche freiwilligen Selbstverpflichtungen das Marketing für unausgewogene Produkte an Kinder nicht verhindern.
„Bundesernährungsministerin Julia Klöckner muss endlich dafür sorgen, dass Zuckerbomben und Snacks nicht mehr aggressiv an Kinder vermarktet werden“, erklärte Luise Molling von foodwatch. „Wenn die Ministerin es ernst meint mit dem Kampf gegen Fehlernährung, muss sie das Kindermarketing für unausgewogene Lebensmittel verbieten und die Kinder vor dem Profitinteresse der Konzerne schützen.“
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